Fall von abgewiesenem Sterbenden wirft Fragen zur gastenregelung auf

Nele Weber

Fall von abgewiesenem Sterbenden wirft Fragen zur gastenregelung auf

Lesezeit 3 Minuten

Du hast vielleicht schon einmal gehört, wie wichtig es ist, in Österreich einen Platz in einem Hospiz oder auf einer Palliativstation zu bekommen, wenn die schwere Krankheit voranschreitet. Aktuelle Berichte zeigen nun, dass es in der Praxis manchmal schwierig wird, weil die Bundesländerregelungen für Gastpatienten für Verwirrung sorgen. Ein kürzlich bekannt gewordener Fall, bei dem ein Sterbender aus Niederösterreich von einem Wiener Hospiz abgewiesen wurde, weil er nicht aus Wien stammte, rüttelt an unserem Verständnis von würdiger Begleitung bis zuletzt.

Was ist passiert und was bedeutet das für dich?

In Österreich gibt es spezielle Einrichtungen wie stationäre Hospize und Palliativstationen, die Menschen mit unheilbaren Erkrankungen im Endstadium betreuen. Diese Angebote sind essenziell, wenn die Pflege zu Hause oder im Pflegeheim nicht mehr leistbar ist. Nun zeigt sich: Die Möglichkeit, als Patient aus einem anderen Bundesland aufgenommen zu werden – die sogenannte Gastpatientenregelung – ist nicht immer klar geregelt oder wird unterschiedlich gehandhabt. Dies führt zu herzzerreißenden Situationen, in denen Betroffene kurzfristig keine Zusage für einen Platz bekommen, obwohl sie ihn dringend brauchen. Du fragst dich vielleicht, ob deine Krankenkasse oder dein Wohnort darüber entscheidet, wo du deine letzte Lebensphase verbringen darfst.

Der Konflikt um Bundesländergrenzen

Der geschilderte Fall betrifft ein bekanntes Wiener Hospiz, das einem Patienten aus Niederösterreich die Aufnahme verweigerte, nachdem er bereits angemeldet war. Die Begründung des Hospizes bezog sich auf eine Regelung, die wohl seit Herbst 2024 gilt oder zumindest angewandt wird, welche die Aufnahme von Patienten aus anderen Bundesländern einschränkt. Für viele in Österreich ist das beunruhigend. Wir erwarten uns, dass in solch einer sensiblen Lebensphase die menschliche Not Vorrang vor bürokratischen Details hat, egal ob du in Wien, Tirol oder der Steiermark lebst.

Hospiz- und Palliativversorgung in Österreich – ein System mit Lücken?

Die Versorgung in Österreich beruht auf einem Konzept der abgestuften Versorgung, das von der Grundversorgung (z.B. durch Hausärzte) bis hin zu spezialisierten Angeboten wie mobilen Palliativteams, Tageshospizen, Palliativstationen und stationären Hospizen reicht. Während Palliativstationen oft auf Stabilisierung und kurze Aufenthalte abzielen, bleiben Patienten im stationären Hospiz meist bis zum Lebensende. Die Fachgesellschaften wie die Österreichische Palliativgesellschaft (OPG) und der Dachverband HOSPIZ Österreich arbeiten daran, die Integration dieser Kultur in allen Bereichen, auch in Pflegeheimen, voranzutreiben. Solche Vorfälle zeigen, wie wichtig die Vernetzung und eine bundesweit einheitliche Praxis sind. Du als Angehörige oder Betroffene brauchst Verlässlichkeit.

Was bedeutet das konkret für dein Recht auf Pflege und Begleitung?

  • Wohnortnähe vs. Fachwissen: Oftmals steht die Qualität der spezialisierten Betreuung im Vordergrund, aber die Frage der Kostenübernahme und der Zuständigkeit zwischen den Bundesländern sorgt für Unsicherheit.
  • Anmeldung und Wartezeiten: Auch wenn es Wartelisten gibt, muss klar sein, nach welchen Kriterien die Aufnahme erfolgt, besonders wenn der Zustand sich plötzlich verschlechtert.
  • Gastpatientenregelung: Es braucht Transparenz, damit du weißt, welche Möglichkeiten du hast, wenn dein nächstgelegenes Angebot nicht greift oder du eine bestimmte Einrichtung wünschst.

Diese Situation macht deutlich: Deine letzte Lebensphase sollte nicht an politischen oder administrativen Grenzen scheitern. Setze dich mit den lokalen Hospiz- und Palliativdiensten auseinander, informiere dich frühzeitig über die Möglichkeiten der Hospizkultur und Palliative Care in der Grundversorgung, um für dich oder deine Lieben die beste Entscheidung treffen zu können.

Häufig gestellte Fragen

Wer trägt die Kosten für einen Aufenthalt auf einer Palliativstation?

Auf Palliativstationen fällt in der Regel der im Krankenhaus übliche Selbstkostenanteil an, da sie Teil von Akutkrankenhäusern sind.

Was unterscheidet ein stationäres Hospiz von einer Palliativstation?

Auf der Palliativstation liegt der Fokus oft auf Stabilisierung und möglicher Entlassung; im stationären Hospiz verbleiben Patienten meist bis zum Lebensende.

Kann ich mich als Angehörige über Hospize informieren?

Ja, spezialisierte Hospiz- und Palliativeinrichtungen bieten dir und deinen Angehörigen konkrete Hilfe und Informationen für den letzten Lebensabschnitt an.

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