Sterntalerhof Kinderhospiz: Hilfe für Familien in AT

Nele Weber

Sterntalerhof Kinderhospiz: Hilfe für Familien in AT

Lesezeit 6 Minuten

Du stehst vor einer Situation, die dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Dein Kind hat eine lebensverkürzende Erkrankung. In Österreich bist du jetzt auf der Suche nach Halt, nach einem Ort, der dir und deiner Familie in dieser extrem schweren Zeit zur Seite steht. Vielleicht hast du schon den Namen „Sterntalerhof Kinderhospiz“ gehört und fragst dich: Was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Was kann so ein Ort für uns bedeuten, und wie funktioniert das überhaupt, wenn man Unterstützung braucht?

Was bedeutet ein Kinderhospiz für Familien in Österreich?

Der Begriff Kinderhospiz klingt oft erst einmal einschüchternd. Viele verbinden damit sofort das Ende. Doch ein Kinderhospiz, wie der Sterntalerhof es lebt, ist so viel mehr als das. Es geht nicht nur um die letzte Lebensphase. Es geht darum, Lebensqualität zu schenken – jetzt, heute und morgen.

In Österreich haben Familien, die mit der Diagnose einer unheilbaren oder fortschreitenden Erkrankung ihres Kindes konfrontiert sind, oft einen langen und steinigen Weg vor sich. Du jonglierst mit Arztterminen, Therapien und dem Versuch, den Alltag für deine anderen Kinder und dich selbst irgendwie aufrechtzuerhalten. Das ist eine enorme Kraftanstrengung.

Ein spezialisiertes Kinderhospiz bietet hier einen Ort der Entlastung. Es ist ein Zuhause auf Zeit. Hier kümmern sich qualifizierte Fachleute um die komplexen Bedürfnisse deines Kindes, sei es medizinisch oder pflegerisch. Aber ebenso wichtig: Sie kümmern sich um dich und deine gesamte Familie.

Der Unterschied zwischen stationär und ambulant

Wenn du dich über die Betreuungsmöglichkeiten informierst, wirst du schnell auf verschiedene Begriffe stoßen. Diese Unterschiede sind wichtig zu verstehen, damit du weißt, welche Art der Hilfe dir im Moment am meisten bringt.

  • Stationäre Betreuung: Das bedeutet, dein Kind verbringt eine festgelegte Zeit im Hospiz. Das ist oft eine wertvolle Auszeit, in der du dich erholen oder dich intensiver um Geschwisterkinder kümmern kannst. Die medizinische Versorgung und die Pflege des Kindes sind hier rund um die Uhr gewährleistet.
  • Ambulante Unterstützung: Hier kommen die Fachkräfte zu euch nach Hause. Das ist ideal, wenn ihr den vertrauten Rahmen eurer Wohnung in Österreich nicht verlassen möchtet, aber trotzdem professionelle Entlastung bei der Pflege oder Begleitung braucht.
  • Tagespflege: Manchmal ist es hilfreich, wenn das Kind einige Stunden am Tag außerhalb des Elternhauses betreut wird, damit du Termine erledigen oder einfach einmal durchatmen kannst, ohne dass gleich eine Übernachtung notwendig ist.

Der Fokus liegt immer darauf, eure individuellen Bedürfnisse zu treffen. Es gibt kein „Einheitsmodell“ für die Betreuung im Rahmen eines Kinderhospizes.

Sterntalerhof Kinderhospiz: Hilfe für Familien in ATWie finde ich den richtigen Zugang zum Sterntalerhof Kinderhospiz?

Du fragst dich wahrscheinlich: Wer kann denn überhaupt dorthin? Muss ich einen bestimmten Wohnsitz in Österreich haben? Und wie läuft die Aufnahme ab?

Grundsätzlich ist die Situation in Österreich so geregelt, dass spezialisierte Kinderhospize für alle Kinder mit lebensbegrenzenden oder lebensverkürzenden Erkrankungen offenstehen, unabhängig davon, wo genau in der Republik ihr wohnt. Die Hürden sollen so niedrig wie möglich gehalten werden.

VIDEO: Sterntalerhof

Die ersten Schritte: Kontaktaufnahme und Abklärung

Der wichtigste Schritt ist der erste Anruf oder die erste E-Mail. Du musst nicht schon alle Unterlagen sortiert haben. Es reicht, wenn du Kontakt aufnimmst und deine Situation schilderst. Diese ersten Gespräche sind vertraulich und unverbindlich.

Was passiert dann in der Regel? Ein Teammitglied, oft eine Sozialarbeiterin oder eine Pflegefachkraft, wird mit dir ins Gespräch gehen. Sie möchten verstehen:

  1. Welche Erkrankung liegt vor und wie ist der aktuelle medizinische Zustand deines Kindes?
  2. Welche Unterstützung benötigt ihr als Familie aktuell am dringendsten? (Pflege, Entlastung, psychologische Begleitung?)
  3. Welche Art der Unterbringung wäre sinnvoll (kurzfristiger Aufenthalt, längere Begleitung)?

Sei ehrlich, was dich gerade belastet. Vielleicht ist es der Schlafentzug, weil du nachts ständig auf das Atmen deines Kindes achten musst. Oder du machst dir Sorgen um die Zukunft deiner anderen Kinder. Diese Sorgen sind die Eintrittskarte in die Hilfsangebote. Sie sind der Grund, warum es Einrichtungen wie den Sterntalerhof gibt.

Finanzierung und Bürokratie in Österreich

Das Thema Geld und Behörden kann in Österreich schnell kompliziert werden. Lass dich davon nicht abschrecken.

Die Kosten für die eigentliche Pflege und Betreuung in einem anerkannten Kinderhospiz sind in Österreich in der Regel durch die Krankenversicherung und/oder die Pflegegeldleistungen abgedeckt, oft ergänzt durch Förderungen. Du musst dir keine Sorgen machen, dass du die hohen Kosten aus eigener Tasche bezahlen musst, um deinem Kind diese Lebensqualität zu ermöglichen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderhospizes, gerade im Bereich Sozialarbeit, kennen sich bestens mit den österreichischen Systemen aus. Sie helfen dir aktiv dabei, Anträge zu stellen, die notwendigen Dokumente zusammenzustellen und die Kommunikation mit den Krankenkassen oder dem Fonds Soziales Wien (je nach Bundesland) zu meistern. Du musst diesen Weg nicht alleine gehen.

Mehr als nur Pflege: Die ganzheitliche Begleitung

Ein häufiges Missverständnis ist, dass ein Kinderhospiz hauptsächlich medizinische Versorgung bietet. Das stimmt nur teilweise. Die Philosophie dahinter ist die ganzheitliche Begleitung, die alle Facetten des Lebens einschließt, besonders wenn die Zeit begrenzt ist.

Schmerztherapie und Symptomkontrolle

Eine der wichtigsten Säulen ist die Linderung von Beschwerden. Wenn dein Kind starke Schmerzen hat, Atemnot leidet oder unter Übelkeit kämpft, stehen spezialisierte Ärzte und Pflegekräfte bereit. Sie kennen sich mit Palliativmedizin für Kinder aus – das ist ein Fachgebiet, das darauf abzielt, Leiden aktiv zu minimieren, damit dein Kind sich wohlfühlen kann.

Nützliche Quellen

Für mehr Einblick in Sterntalerhof Kinderhospiz: Hilfe für Familien in AT, sieh dir diese praktischen Links an.

Die Geschwisterkinder nicht vergessen

Die Situation belastet die Geschwisterkinder enorm. Oft fühlen sie sich vernachlässigt, weil alle Aufmerksamkeit beim kranken Kind liegt. Viele Kinderhospize bieten daher spezielle Programme für sie an. Das kann ein eigener Bereich sein, wo sie mit Gleichaltrigen spielen können, die Ähnliches erleben, oder einfach eine Betreuung, die es ihnen erlaubt, kurzzeitig „normale“ Kinder zu sein.

Wenn du zum Beispiel in Graz oder Linz wohnst und dein Kind im Hospiz betreut wird, kannst du diese Zeit nutzen, um dich bewusst deinen gesunden Kindern zu widmen, ohne dass die Pflege zu Hause warten muss.

Begleitung für die ganze Familie

Es gibt auch psychologische Begleitung. Das kann Einzelgespräche für dich bedeuten, aber auch Paarberatung oder Familientreffen. Es ist ein Raum, in dem du deine Ängste aussprechen darfst, ohne beurteilt zu werden. Diese Gespräche sind entscheidend, um Kraft zu sammeln und emotionale Turbulenzen zu bewältigen.

Was kann ich tun, um mich auf einen Aufenthalt vorzubereiten?

Angenommen, ihr habt euch für einen Aufenthalt im stationären Bereich entschieden. Wie machst du diesen Ort für dein Kind und dich so angenehm wie möglich? Hier sind ein paar ganz praktische Tipps, die dir helfen, dich einzuleben, auch wenn es nur für kurze Zeit ist.

Persönliche Gegenstände mitbringen

Auch wenn das Kinderhospiz professionell ausgestattet ist, ist es wichtig, dass dein Kind sich geborgen fühlt. Nimm die Lieblingsdecke mit, das Kuscheltier, das schon alle Abenteuer mitgemacht hat, und natürlich die Bücher, die ihr jeden Abend lest.

Wenn du dein Kind zum Beispiel morgens in der Küche von zu Hause das Frühstück zubereiten lässt, könnt ihr vielleicht eine Vereinbarung treffen, dass ihr bestimmte Rituale auch im Hospiz beibehaltet. Vielleicht das gemeinsame Anschauen von Fotos vom letzten Urlaub in den Bergen.

Die Rolle der Eltern annehmen

Du bleibst der wichtigste Mensch für dein Kind. Das Hospizpersonal ist da, um zu unterstützen, nicht um Eltern zu ersetzen. Sprich offen mit den Pflegekräften darüber, wie du dein Kind am liebsten versorgst. Manchmal muss man lernen, Aufgaben abzugeben, aber du entscheidest, wer dein Kind wann tröstet und wie es am liebsten gehalten wird.

Zeit für dich selbst einplanen

Das ist vielleicht der schwierigste Ratschlag, aber der wichtigste: Nutze die Zeit, in der dein Kind gut versorgt ist, für dich. Geh einen Kaffee trinken, besuche eine Ausstellung in der Stadt, oder schlaf einfach einmal aus. Wenn du erschöpft bist, kannst du deinem Kind nicht die nötige Kraft geben. Im Hospiz hast du die Erlaubnis, einmal Egoist zu sein – es ist notwendig für dein Überleben.

Die Begleitung über den Aufenthalt hinaus

Wenn die Zeit im stationären Setting endet, ist das nicht das Ende der Unterstützung. Im Gegenteil: Die enge Vernetzung zwischen den verschiedenen Hilfsangeboten in Österreich ist hier entscheidend. Die Fachkräfte helfen dir, die nächsten Schritte zu planen.

Das kann bedeuten:

  • Organisation von Hilfsmitteln für zu Hause (z. B. spezielle Pflegebetten oder Atemtherapiegeräte).
  • Vermittlung von regelmäßiger ambulanter Nachbetreuung durch das Hospizteam oder regionale Partner.
  • Vorbereitung auf eventuelle Übergänge, falls sich der Gesundheitszustand ändert.

Der Sterntalerhof und ähnliche Einrichtungen in Österreich sehen sich als langjährige Begleiter. Sie sind ein Ankerpunkt, den du immer wieder aufsuchen kannst, wenn die Last im Alltag wieder zu groß wird.

häufig gestellte fragen

wie lange dauert die aufnahme im kinderhospiz?

Der Prozess kann variieren. Der erste Kontakt ist meist schnell möglich. Die eigentliche Aufnahme hängt von der Dringlichkeit und der aktuellen Bettenverfügbarkeit ab. Sei direkt bei der Kontaktaufnahme und erkläre, wie schnell ihr eine Entlastung benötigt.

dürfen geschwisterkinder auch im hospiz übernachten?

Das hängt stark von der jeweiligen Einrichtung und deren räumlichen Möglichkeiten ab. Viele Kinderhospize sind sehr darauf bedacht, die gesamte Familie zu integrieren. Frage gezielt nach den Möglichkeiten für Übernachtungsplätze für Geschwisterkinder.

wer entscheidet über die pflegemethoden?

Du als Elternteil triffst alle wichtigen Entscheidungen über die Pflege deines Kindes in Absprache mit den Ärzten und dem Pflegeteam. Die Fachkräfte bringen ihr medizinisches Wissen ein, aber die Entscheidungsbefugnis über das Wohlbefinden liegt bei dir.

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