Du sitzt vielleicht gerade am Küchentisch in deinem Zuhause in Österreich. Draußen rauscht der Verkehr vorbei, oder es ist ganz still, und in dir drin ist es laut. Du machst dir Sorgen um dein Kind, dessen Leben endlich ist. Diese Zeit ist unfassbar schwer. Wenn du nach Informationen suchst, stolperst du vielleicht über Begriffe wie „Kinderhospiz EV“. Was bedeutet das genau für dich und deine Familie hier in Österreich? Das ist eine große Frage, und ich nehme mir jetzt Zeit, dir das ganz ruhig und ehrlich zu erklären. Es geht darum, Unterstützung zu finden, wenn die medizinische Versorgung nicht mehr alles lösen kann.
Was bedeutet kinderhospiz ev überhaupt?
Lass uns zuerst die Begriffe klären, damit du dich besser orientieren kannst. „Kinderhospiz“ ist der Ort oder die Einrichtung, die sich um Kinder kümmert, deren Leben durch eine schwere, unheilbare Krankheit stark eingeschränkt ist oder die bald sterben werden. Es geht hierbei nicht nur um das Ende, sondern um die bestmögliche Lebensqualität bis dahin. Viele Eltern in Österreich denken bei diesem Wort sofort an ein stationäres Haus. Das stimmt oft, aber nicht immer.
Das Kürzel „e.V.“ steht für „eingetragener Verein“. Das ist eine Rechtsform in Deutschland, die man in Österreich so nicht direkt findet. Aber weil viele Organisationen grenzüberschreitend arbeiten oder weil du vielleicht in einer Grenzregion wohnst, taucht dieser Begriff auf. In Österreich wirst du eher auf gemeinnützige Vereine, Stiftungen oder spezialisierte Abteilungen in Kinderkrankenhäusern stoßen, die dieselbe wichtige Arbeit leisten. Wichtig ist: Es geht um spezialisierte, ganzheitliche Begleitung.
Was ist der Unterschied zur normalen Kinderbetreuung oder palliativmedizin?
Das ist ein wichtiger Punkt. Wenn dein Kind chronisch krank ist, erhält es viel medizinische Hilfe. Die Palliativmedizin kümmert sich darum, Schmerzen zu lindern und Symptome zu kontrollieren. Ein Kinderhospiz oder eine ähnliche Einrichtung in Österreich baut darauf auf. Es geht nicht darum, die Ärzte zu ersetzen. Es geht darum, das Leben drumherum zu gestalten.
Stell dir vor, dein Alltag ist gefüllt mit Arztterminen, Medikamenteneinnahme und ständiger Alarmbereitschaft. Die Hospizarbeit nimmt dir diese Last für eine Weile ab oder unterstützt dich aktiv dabei. Sie schauen auf die ganze Familie, nicht nur auf das kranke Kind.
- Medizinische Versorgung: Bleibt oft bestehen, wird aber ergänzt.
- Psychosoziale Betreuung: Hilfe für Geschwisterkinder, Eltern und das Kind selbst.
- Entlastung (Respite Care): Die Möglichkeit, das Kind für eine begrenzte Zeit in fürsorgliche Hände zu geben, damit du Kraft tanken kannst – vielleicht für einen Besuch in der Wiener Staatsoper oder einfach nur, um in Ruhe einen Kaffee zu trinken.
- Begleitung am Lebensende: Unterstützung, wenn der Tod nahe ist, sowohl emotional als auch praktisch.
Wann macht die Inanspruchnahme eines Kinderhospiz-Angebots Sinn?
Du fragst dich vielleicht: „Ist mein Kind schon krank genug dafür?“ Diese Frage stellen sich fast alle Eltern. Es gibt keinen Stichtag, der vorschreibt, wann man Hilfe annehmen muss. Die Entscheidung hängt davon ab, wo du gerade stehst und welche Belastungsgrenze du erreicht hast.
Zeichen, dass du dir Unterstützung holen solltest
Schau ehrlich auf deinen Alltag in deinem Bundesland. Merkst du, dass die Organisation des Lebens zur Hauptaufgabe wird und die Freude zu kurz kommt? Hier sind einige Situationen, in denen viele Familien in Österreich nach Angeboten suchen:
- Ständige Erschöpfung der Eltern: Du schläfst kaum noch durch, weil du ständig auf die Atmung deines Kindes achten musst. Der Griff zum Telefon, um einen Babysitter oder eine Pflegekraft zu finden, ist schwierig.
- Geschwisterkinder fühlen sich vernachlässigt: Deine anderen Kinder kommen in der Hektik zu kurz, oder sie entwickeln eigene Ängste und Sorgen, die du gerade nicht auffangen kannst.
- Die Belastung der Pflege wird zu groß: Spezielle pflegerische Aufgaben übersteigen deine Kraft, oder du brauchst einfach mal professionelle Abwechslung, um dich um dich selbst zu kümmern.
- Der Wunsch nach Normalität: Du sehnst dich nach ein paar Tagen, in denen nicht die Krankheit das Zentrum des Universums ist, sondern das gemeinsame Lachen.
Wenn du eines dieser Punkte mit „Ja“ beantwortest, ist es Zeit, dich zu informieren. Es ist kein Zeichen von Schwäche, Hilfe anzunehmen. Es ist ein Zeichen von Stärke und Verantwortung für deine ganze Familie.
Wie finde ich das richtige kinderhospiz oder die passende Hilfe in Österreich?
In Österreich ist die Landschaft der Unterstützung vielfältig, aber manchmal nicht ganz einfach zu durchschauen. Es gibt keine zentrale Stelle, die alle Kinderhospize unter einem Dach vereint, da viele Angebote regional aufgebaut sind und oft von kleineren Vereinen getragen werden.
VIDEO: Hospizarbeit und Palliativversorgung fr Kinder und Jugendliche Ein Erklrfilm fr Familien
Unverzichtbare Quellen
Gehe tiefer auf Kinderhospiz EV: Unterstützung und Begleitung für Familien ein mit dieser informativen Auswahl.
- Familien unterstützen: Kinderhospiz- und Familienbesuchsdienst
- Deutscher Kinderhospizverein e.V.: Kinder- und Jugendhospizarbeit
Erste Anlaufstellen für Eltern
Dein erster Weg sollte immer dorthin führen, wo du sowieso schon in Kontakt bist. Das sind die Fachleute, die dein Kind am besten kennen.
- Die behandelnden Ärzte und Pflegeteams: Frage direkt deinen Kinderarzt oder die Spezialisten in der nächsten Universitätsklinik. Sie kennen die regionalen Palliativteams und oft auch die Entlastungsdienste.
- Sozialdienste der Krankenkassen: Die Krankenkassen in Österreich haben oft eigene Sozialberatungen. Die können dir helfen, die administrativen Hürden zu nehmen und welche Förderungen für eine Kinderhospiz-Betreuung oder Entlastungsdienste in Frage kommen.
- Lokale Selbsthilfegruppen: Oft wissen andere Eltern am besten, welche konkreten Angebote es in deinem Bezirk gibt, sei es in der Steiermark, Tirol oder Oberösterreich. Suche gezielt nach Begriffen wie „ambulante Kinderhospizbegleitung“ in deiner Region.
Der Unterschied zwischen stationär und ambulant
Das ist entscheidend, wenn du planst. Willst du für ein paar Tage weg, um durchzuatmen, oder brauchst du Hilfe zu Hause?
Stationäre Angebote: Hier nimmt das Kind (manchmal auch die ganze Familie) eine Zeit lang die Betreuung in einem speziellen Haus in Anspruch. Das ist oft eine intensive Entlastung und bietet eine komplett andere Umgebung.
Ambulante Hospizdienste: Diese kommen zu dir nach Hause, oft ehrenamtlich oder durch geringfügig beschäftigte Fachkräfte. Sie kümmern sich um das Kind, spielen mit ihm, oder halten einfach nur die Hand, während du Wäsche machst oder schläfst. Diese Art der Begleitung ist fantastisch, um den Alltag etwas erträglicher zu machen.
Was kostet das Ganze in Österreich?
Geld ist ein großes Thema, wenn man mit schweren Krankheiten konfrontiert ist. Du fragst dich: Kann ich mir das leisten? Die gute Nachricht: Die spezialisierte Betreuung, insbesondere die Pflege und ärztliche Begleitung, ist in Österreich meist durch die Sozialversicherung oder Pflegegelder gedeckt, wenn die medizinische Notwendigkeit besteht.
Was oft als zusätzliche Belastung empfunden wird, sind die sogenannten „Zusatzleistungen“ oder die Kosten für die reine psychosoziale Begleitung, die nicht direkt pflegerisch ist. Hier kommen gemeinnützige Vereine ins Spiel. Viele Initiativen, die sich als „Kinderhospiz EV“ in Deutschland organisieren, finanzieren sich stark über Spenden, um diese Lücken zu schließen.
Informiere dich genau, welche Leistungen im Rahmen des Pflegegeldes oder spezifischer Förderungen für dein Kind abgedeckt sind. Scheue dich nicht, bei den Sozialarbeitern der Krankenhäuser nachzufragen. Sie kennen die Antragswege für die verschiedenen Pflegestufen und Zuschüsse. Der ambulante Kinderhospiz kann eine zusätzliche Unterstützung in dieser herausfordernden Zeit bieten.
Umgang mit eigenen Gefühlen und der Zeit
Du liest jetzt all diese praktischen Tipps, aber innerlich vielleicht denkst du: „Ich habe gar keine Kraft, mich jetzt noch um Anträge zu kümmern.“ Das ist vollkommen normal. Wenn man ein Kind pflegt, das stirbt, ist man in einem Dauerstress.
Nimm dir einen Moment Zeit für dich. Wenn du jemanden findest, der sich um die Organisation kümmert – sei es ein guter Freund, ein engagierter Sozialarbeiter oder ein Mitarbeiter eines spezialisierten Vereins – dann nimm diese Hilfe an. Das ist dein Recht.
Die Arbeit, die ein Kinderhospiz oder ein spezialisierter Verein leistet, geht weit über das Medizinische hinaus. Es geht darum, Momente der Freude zu schaffen, die bleiben, auch wenn das Kind nicht mehr da ist. Es geht darum, dir als Elternteil die Erlaubnis zu geben, Mensch zu sein, mit allen Ängsten, Wut und der tiefen Liebe, die du empfindest.
häufig gestellte fragen
wo finde ich hilfe wenn mein kind unheilbar krank ist?
Beginne immer bei deinem behandelnden Kinderarzt oder den Sozialdiensten der großen Krankenhäuser. Diese kennen die regionalen Spezialisten und die ambulanten Unterstützungsdienste in deiner Nähe in Österreich. Sie leiten dich zu den richtigen Palliativteams weiter.
muss ich ein kinderhospiz immer bezahlen?
Die medizinisch notwendige pflegerische und ärztliche Versorgung ist meistens über die Krankenversicherung gedeckt. Zusätzliche psychosoziale Betreuung wird oft durch gemeinnützige Vereine oder Spenden finanziert, was die Kosten für dich stark reduziert oder ganz übernimmt.
darf ich auch hilfe annehmen wenn mein kind noch lange lebt?
Ja, absolut. Ein Kinderhospiz oder Entlastungsdienst ist nicht nur für die letzte Lebensphase da. Er dient der Entlastung der gesamten Familie, wenn die Pflege chronisch und sehr anstrengend ist. Es ist wichtig, frühzeitig Unterstützung zu holen, bevor du selbst zusammenbrichst.











