Pflegegeld während Hospiz: Ansprüche und Antrag in

Nele Weber

Pflegegeld während Hospiz: Ansprüche und Antrag in

Lesezeit 5 Minuten

Wenn das Leben einen auf eine ganz besondere Reise schickt, ist es wichtig, die praktischen Dinge gut organisiert zu haben. Vielleicht stehst du gerade vor der Situation, dass du oder ein geliebter Mensch eine palliative Versorgung oder ein Hospiz benötigt. Das wirft viele Fragen auf, und eine der häufigsten ist: Was passiert mit dem Pflegegeld während der Hospizzeit? Das ist absolut verständlich. Du brauchst jetzt Klarheit, keine komplizierten Amtssprache. Du möchtest wissen, ob die finanzielle Unterstützung, die du bisher bekommen hast, einfach weiterläuft, wenn der Fokus von der Langzeitpflege auf die Begleitung am Lebensende wechselt. Ich erkläre dir das jetzt ganz in Ruhe, so, wie wir hier bei einem Kaffee in Österreich darüber sprechen würden.

Pflegegeld und die Situation im Hospiz: Was du wissen musst

Die Situation in Österreich ist hier relativ klar geregelt, aber die Übergänge können verwirrend sein. Das Pflegegeld (genauer gesagt die Pflegeleistungen nach dem Bundespflegegeldgesetz) ist dazu da, pflegebedingte Mehraufwendungen auszugleichen. Egal, ob du die Pflege zu Hause, im betreuten Wohnen oder eben in einer stationären Einrichtung wie einem Hospiz erhältst – die Grundidee bleibt dieselbe: Es soll die notwendige Pflege sicherstellen.

Wenn ein Mensch ins Hospiz übersiedelt, ändert sich die Form der Pflege, aber nicht unbedingt der Anspruch auf die finanzielle Unterstützung. Viele befürchten, dass sie durch den Wechsel in eine stationäre Einrichtung, wie ein spezialisiertes Hospiz, das Pflegegeld verlieren. Das ist meistens nicht der Fall, aber es gibt wichtige Details, die du beachten musst.

Pflegegeld während Hospiz: Ansprüche und Antrag inDer Unterschied zwischen Pflegegeld und Kosten im Hospiz

Um das klar zu trennen: Das Pflegegeld ist eine Leistung, die dir zusteht, wenn eine bestimmte Pflegestufe erreicht wurde. Es ist kein direkter „Ersatz“ für die Kosten im Hospiz, sondern soll dir helfen, die Pflege zu organisieren. Ein Hospiz hingegen bietet ein umfassendes Paket an medizinischer Betreuung, psychosozialer Unterstützung und Pflege an einem Ort, oft mit Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

Die Kosten in einem Hospiz setzen sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Dazu gehören die Unterkunft, Verpflegung und eben die pflegerische und ärztliche Betreuung. Hier kommt der Punkt, wo das Pflegegeld ins Spiel kommt und wie es angerechnet wird.

Wichtig für dich in Österreich: Das Pflegegeld wird grundsätzlich weiterhin ausbezahlt, solange die Voraussetzungen für die Pflegestufe erfüllt sind. Du musst aktiv bleiben, damit diese Leistung weiterfließt, auch wenn der Bedarf sich spezialisiert hat.

Der Antragsprozess beim Übergang ins Hospiz

Wenn die Entscheidung für ein Hospiz gefallen ist, beginnt oft eine emotionale Zeit, aber du musst trotzdem organisatorisch aktiv werden. Du kannst nicht einfach annehmen, dass alle Stellen automatisch informiert sind. Hier sind die Schritte, die du in Österreich setzen solltest, um sicherzustellen, dass das Pflegegeld weitergezahlt wird:

  1. Information der zuständigen Stelle: Du musst der Stelle, die dir das Pflegegeld bewilligt hat (meistens das Amt der Landesregierung oder die zuständige Magistratsabteilung), so schnell wie möglich mitteilen, dass ein stationärer Aufenthalt im Hospiz geplant ist oder begonnen hat.
  2. Neubewertung der Pflegesituation: Obwohl die Pflegestufe nicht automatisch sinkt, kann eine stationäre Aufnahme eine Neubewertung der Situation notwendig machen. Im Hospiz ist die Pflegeintensität oft sehr hoch, aber die Art der Pflege ändert sich. Manchmal bleibt die Pflegestufe gleich, manchmal wird sie angepasst. Du solltest darauf vorbereitet sein, dass eine neue Begutachtung angefordert wird.
  3. Anrechnung auf die Kosten: Das ausbezahlte Pflegegeld wird oft auf die Kosten für den Aufenthalt im Hospiz angerechnet. Das ist ein wichtiger Unterschied. Das Geld kommt nun nicht mehr direkt dir für die Organisation zu Hause zugute, sondern reduziert die Selbstbehalte oder Kosten, die das Hospiz verrechnet. Erkundige dich genau bei deinem Wunschhospiz in Österreich, welche Kosten genau anfallen und wie das Pflegegeld dort verrechnet wird.

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Wie wirkt sich der Aufenthalt auf die Pflegestufe aus?

In der Regel wird das Pflegegeld anhand des Betreuungsaufwands bemessen, der notwendig ist. Im Hospiz ist dieser Aufwand enorm hoch, da 24 Stunden professionelle Betreuung gewährleistet sein muss. Dennoch konzentrieren sich die Kriterien der Begutachtung darauf, welche Tätigkeiten (Körperpflege, Ernährung, Mobilität etc.) noch selbstständig verrichtet werden können.

Wenn du merkst, dass die Person im Hospiz nun eine höhere Unterstützung bei bestimmten Verrichtungen benötigt, weil die Krankheit fortschreitet, solltest du eine Höherstufung beantragen. Warte nicht, bis die nächste Routineüberprüfung ansteht. Wenn sich die Situation drastisch ändert, handelt es sich um eine Änderung der Verhältnisse, die du melden musst. Dies sichert die finanzielle Grundlage für die intensive Betreuung.

Wenn das Pflegegeld eingestellt wird – was dann?

Es gibt Fälle, in denen das Pflegegeld tatsächlich pausiert oder eingestellt wird. Das passiert meistens, wenn die Pflegebedürftigkeit unter eine bestimmte Grenze fällt oder wenn die Leistung vollständig durch andere Kostenträger ersetzt wird. Dies ist im Kontext der spezialisierten Langzeitbegleitung am Lebensende seltener, aber es kann vorkommen, wenn die Verweildauer im Hospiz sehr kurz ist und die Kostenübernahme primär über andere Kanäle läuft. Informationen zu den aktuell freien Hospizplätzen finden Sie auf der Übersichtsseite.

Wenn du befürchtest, dass das Pflegegeld wegfällt, musst du sofort nach anderen Absicherungen schauen. Hier sind typische Alternativen oder Ergänzungen in Österreich:

  • Krankenversicherungsträger: Prüfe, welche Leistungen über die gesetzliche Krankenversicherung (z.B. Wien, Steiermark, Oberösterreich etc.) für die spezialisierte palliative Versorgung im Hospiz abgedeckt sind. Diese decken oft die ärztliche Behandlung und Medikamente ab, nicht aber die reinen Pflege- und Betreuungskosten.
  • Sozialhilfe oder Mindestsicherung: Wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen, um Selbstbehalte zu decken, könnten Ansprüche auf Sozialhilfe (in manchen Bundesländern noch Mindestsicherung genannt) entstehen. Dies ist ein sehr individueller Weg, der eine genaue Prüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse erfordert.
  • Zusätzliche private Vorsorge: Falls eine private Pflegeversicherung besteht, solltest du diese unbedingt aktivieren. Diese Leistungen kommen oft zusätzlich zu den staatlichen Leistungen hinzu.

Der Weg über die Kontaktstellen im Hospiz

Ein großer Vorteil eines gut geführten Hospizes ist das vorhandene Sozialmanagement. Nutze dieses Wissen! Die Mitarbeiter dort kennen die österreichischen Regelungen zur Kostenübernahme und zur Anrechnung des Pflegegeldes in ihrer spezifischen Einrichtung genau.

Sprich offen mit dem Sozialarbeiter oder der Pflegedienstleitung im Hospiz. Sie sind Experten darin, diese Übergänge zu managen und können dir sagen, welche Formulare du einreichen musst, damit es keine Lücke in der Zahlungsfolge gibt. Sie wissen auch, welche regionalen Unterschiede es geben kann, je nachdem, ob das Hospiz privat, von einer karitativen Organisation oder vom Land betrieben wird.

Emotionale und praktische Entlastung finden

Es ist eine intensive Zeit. Du konzentrierst dich auf den Menschen, nicht auf Aktenberge. Denke daran: Das Pflegegeld soll dir helfen, die Pflege zu ermöglichen. Wenn diese Pflege nun an einem anderen Ort professionell organisiert ist, soll das Geld dort ankommen, wo es den Mehraufwand deckt.

Nimm dir Hilfe für die Bürokratie. Freunde, Familie oder auch professionelle Beratungsstellen (wie z.B. Pflegestützpunkte deines Bundeslandes) können dir helfen, die richtigen Briefe aufzusetzen und die Fristen für die Meldung der Änderung einzuhalten. Diese Stellen helfen dir auch dabei, den Überblick über die Kosten und den Eigenanteil an den Hospizkosten zu behalten. Diesen organisatorischen Ballast abzulegen, ist in dieser Phase unbezahlbar.

Die Umstellung auf die Hospizbetreuung bedeutet eine Neuausrichtung der Pflege, aber nicht das Ende der finanziellen Unterstützung. Bleib informiert, kommuniziere aktiv mit den zuständigen Stellen und scheue dich nicht, nachzufragen, wenn du etwas nicht verstehst. Du machst das Wichtigste: Du bist für deinen Menschen da, und die Organisation soll dich dabei unterstützen, nicht belasten.

häufig gestellte fragen

bekomme ich das pflegegeld weiter, wenn ich ins hospice komme?

Ja, in den meisten Fällen erhältst du das Pflegegeld weiter, solange die Voraussetzungen für die Pflegestufe erfüllt sind. Es wird jedoch direkt auf die Kosten des Hospizaufenthaltes angerechnet. Das heißt, es fließt nicht mehr auf dein persönliches Konto, sondern reduziert deine Zuzahlung.

Nützliche Quellen

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muss ich den wechsel ins hospice melden?

Absolut. Du musst die Stelle, die das Pflegegeld bewilligt hat, unverzüglich über den Wechsel in die stationäre Pflege informieren. Dies ist notwendig für die korrekte Abrechnung und um mögliche Neubegutachtungen einzuleiten.

verliere ich meine pflegestufe automatisch im hospice?

Nein, die Pflegestufe geht nicht automatisch verloren, aber die Situation wird neu bewertet. Da die Pflegeintensität im Hospiz sehr hoch ist, kann sich der tatsächliche Unterstützungsbedarf ändern. Es ist ratsam, proaktiv eine Überprüfung zu beantragen, wenn die Bedürfnisse steigen.

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