Du stehst vor einer schwierigen Situation. Dein Herz ist schwer, weil du weißt, dass die Zeit bald zu Ende geht. Vielleicht sprichst du gerade über ein Hospiz für deine liebe Mama oder deinen besten Freund, der in Österreich lebt. Ein solches Beispiel ist das Andreas Hospiz. Gleichzeitig machst du dir Sorgen um die Finanzen. Die große Frage, die dich beschäftigt, lautet: Bekomme ich Pflegegeld, wenn die Person im Hospiz ist? Das ist eine sehr berechtigte und wichtige Frage. Es geht hier nicht nur um Bürokratie, sondern um Sicherheit und Würde in einer emotional aufgeladenen Zeit. Nimm dir einen Moment Zeit. Ich erkläre dir ganz in Ruhe, wie die Situation in Österreich mit dem Pflegegeld und dem Aufenthalt in einer Hospizeinrichtung aussieht.
Pflegegeld in österreich: die grundlage verstehen
In Österreich ist das Pflegegeld eine wichtige finanzielle Unterstützung. Es soll Menschen helfen, die wegen Krankheit oder Behinderung Hilfe im Alltag brauchen. Du stellst den Antrag beim zuständigen Amt, meistens der Landesregierung, wenn die Pflegebedürftigkeit langfristig ist. Das Pflegegeld richtet sich nach dem Ausmaß des Pflegeaufwands, den Pflegestufen 1 bis 7.
Doch was passiert, wenn jemand nicht mehr zu Hause gepflegt werden kann und ins Hospiz wechselt? Hier wird es speziell. Der Bezug des Pflegegeldes ist oft an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die sich ändern, sobald die Pflegeform wechselt.
Der unterschied zwischen mobiler pflege und stationärer unterbringung
Das ist der Schlüssel zum Verständnis. Das Pflegegeld soll primär die Kosten decken, die entstehen, wenn jemand zu Hause gepflegt wird oder durch ambulante Dienste unterstützt wird. Wenn jemand jedoch in einer stationären Einrichtung untergebracht ist, wie eben einem Hospiz oder einem Pflegeheim, zahlt das Land meistens einen Teil der Heimkosten direkt an die Einrichtung.
Ein Hospiz ist kein klassisches Pflegeheim, aber es wird für die Abrechnung oft ähnlich behandelt. Die stationäre Betreuung im Hospiz bedeutet, dass die Pflege und Betreuung dort rund um die Uhr gewährleistet sind. Genau hier entsteht die Überschneidung mit dem Pflegegeld.
Pflegegeld während des hospizaufenthalts: was das gesetz vorsieht
Wenn du Pflegegeld beantragen möchtest oder es bereits beziehst, musst du wissen: Der Bezug des Pflegegeldes wird bei einem dauerhaften Aufenthalt in einer stationären Pflegeeinrichtung in Österreich in der Regel eingestellt. Das gilt auch für ein Hospiz.
Warum ist das so? Weil die Kosten für die Pflege und Betreuung nun vom Träger des Hospizes getragen und über das System der Pflegegeldersatzleistungen mit dem Land verrechnet werden. Du als Angehöriger sollst nicht zweimal für dieselbe Leistung bezahlen – einmal durch das Pflegegeld und einmal durch die Kosten des Hospizaufenthalts.
Das ist oft ein Schock für viele Angehörige, die hoffen, dass das Pflegegeld weiterhin als eine Art Aufstockung oder freie Verfügungssumme dient. Das ist es aber nicht, wenn der Lebensmittelpunkt und die Hauptpflege komplett in die stationäre Einrichtung verlagert werden.
Wann kann ich noch pflegegeld erhalten? die übergangszeit
Es gibt wichtige Grauzonen, besonders wenn der Aufenthalt im Hospiz zeitlich begrenzt oder die Situation noch im Fluss ist. Du musst hier genau hinschauen, wie das Land, in dem du wohnst (zum Beispiel Oberösterreich, Tirol oder Wien), die Übergangsfristen regelt.
Tipp für dich: Solange die Person noch nicht offiziell im Hospiz aufgenommen ist, aber ambulante Dienste oder reduzierte Hilfe zu Hause bekommt, läuft das Pflegegeld normal weiter. Sobald der Aufenthalt im Hospiz fix ist, musst du die zuständige Stelle informieren. Die Einstellung des Pflegegeldes erfolgt meist ab dem ersten Tag des stationären Aufenthalts.
Wenn es sich nur um einen sehr kurzen Aufenthalt handelt – etwa eine Kurzzeitpflege, die im Hospiz angeboten wird, um Angehörige zu entlasten, und die Rückkehr nach Hause geplant ist – kann es Ausnahmen geben. Hier ist aber die Kommunikation mit der Bezirksverwaltungsbehörde oder dem Magistrat Gold wert. Frage explizit nach „Übergangsregelungen bei Kurzzeitpflege im Hospiz“.
Der finanzielle überblick im hospiz: was zahlt die pflegeversicherung?
Wenn das Pflegegeld wegfällt, stellt sich die nächste Frage: Wer bezahlt die Rechnung für das Hospiz? In Österreich decken die Kosten im Hospiz mehrere Säulen ab.
- Die Pflegekosten: Diese werden direkt mit dem Land verrechnet und basieren auf dem angenommenen Pflegeaufwand.
- Die Hotelleistungen: Das sind Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Reinigung – ähnlich wie im Pflegeheim. Diese Kosten müssen oft selbst oder von den Hinterbliebenen (aus dem Erbe oder der Verlassenschaft) getragen werden, sofern keine weiteren Unterstützungsleistungen greifen.
- Die Sozialhilfe: Wenn die Kosten für die Hotelleistungen die finanziellen Mittel der Person übersteigen, kannst du beim zuständigen Sozialamt einen Antrag auf Übernahme der Kosten stellen. Das ist wichtig, damit niemand aus finanziellen Gründen auf eine würdevolle Begleitung verzichten muss.
Es ist entscheidend zu verstehen, dass der Hospizverein selbst oft sehr darauf bedacht ist, dass finanzielle Sorgen nicht im Vordergrund stehen. Sie beraten meistens sehr ausführlich zu den Kostenstrukturen, bevor du eine Unterschrift leistest. Scheu dich nicht, diese Beratungsgespräche zu nutzen, um genau zu verstehen, welche Kosten auf dich zukommen, wenn das Pflegegeld eingestellt wird.
Wie melde ich die änderung korrekt in österreich?
Du musst aktiv werden, sobald der Wechsel ins Hospiz feststeht. Nichts einfach laufen lassen, auch wenn es gerade schwerfällt. Das erspart dir später unnötigen Ärger mit Rückforderungen.
VIDEO: Pflegegrade richtig beantragen – Worauf beim Antrag achten?
Schritt-für-schritt zur korrekten meldung
- Information vom Hospiz einholen: Lass dir schriftlich bestätigen, ab wann der stationäre Aufenthalt beginnt.
- Die zuständige Stelle kontaktieren: Rufe das Amt an, das aktuell das Pflegegeld ausbezahlt. Das ist meist die Abteilung für soziale Dienste oder Gesundheit in deiner jeweiligen Landesregierung.
- Die Situation erklären: Sage klar und deutlich, dass ein Wechsel in eine stationäre Einrichtung (Hospiz) stattfindet und frage nach dem genauen Stichtag für die Einstellung der Zahlungen.
- Eventuelle Überzahlungen klären: Sollte das Pflegegeld nach dem Einzug im Hospiz noch einmal überwiesen werden, ist es wichtig, dies sofort zu melden, damit es nicht als Rückforderung kommt.
Denke daran, wenn dein Angehöriger bereits Pflegegeld auf höchster Stufe (Stufe 7) bezog und die Person im Hospiz nun keine weiteren zusätzlichen Kosten für die Pflege entstehen, die das Land tragen müsste, können sich die Strukturen zwar ändern, aber die Existenzsicherung bleibt ein Thema.
Was ist mit der pflege zu hause während der übergangsphase?
Manche Menschen wünschen sich, so lange wie möglich zu Hause zu bleiben und das Hospiz nur für die allerletzte Phase in Anspruch zu nehmen. Das ist oft die Realität für viele Österreicherinnen und Österreicher. Mehr über diesen Weg erfahren Sie in unserem Beitrag Hospiz Lebensweg. In diesem Fall bleibt das Pflegegeld vorerst bestehen.
Wenn du merkst, dass du als pflegender Angehöriger an deine Grenzen kommst und eine Entlastung brauchst, aber die Person noch nicht ins Hospiz kann, nutze die Möglichkeit der Entlastungsangebote, die durch das Pflegegeld abgedeckt werden können. Vielleicht brauchst du eine Nachtpflege oder eine Tagespflege, um selbst kurz durchatmen zu können. Diese Leistungen kannst du oft mit den Mitteln des Pflegegeldes finanzieren, solange der Hauptwohnsitz des Betroffenen zu Hause ist.
Wenn die Entscheidung für das Hospiz fällt, dann ist das ein Zeichen, dass die ambulante Pflege nicht mehr ausreicht. Es ist keine Niederlage, sondern die Anerkennung eines neuen Lebensabschnitts, der andere Unterstützungssysteme erfordert. Das Wegfallen des Pflegegeldes spiegelt nur wider, dass nun ein anderes System die Kosten übernimmt.
Wie wirkt sich der wechsel auf andere beihilfen aus?
Das Pflegegeld ist nur ein Teil des finanziellen Puzzles. Es gibt noch andere Unterstützungen in Österreich, die relevant sein können, besonders wenn die Person ins Hospiz kommt und das Pflegegeld wegfällt.
- Pflegezuschuss (Bundesebene): Dieser Zuschuss ist oft einkommensabhängig und kann unter Umständen weiterlaufen, selbst wenn das Pflegegeld eingestellt wird, da er nicht direkt an die Pflegeform gebunden ist, sondern an die allgemeine finanzielle Situation und den Bedarf. Unbedingt beim zuständigen Sozialamt nachfragen!
- Rundfunk- und Fernsehgebühren (GIS): Die Befreiung von den GIS-Gebühren ist oft an den Bezug einer bestimmten Ausgleichszulage oder eines bestimmten Pflegegeldes gebunden. Informiere die GIS über die Änderung, da sich hier auch etwas ändern kann, wenn das Einkommen der Person wegfällt oder sich drastisch reduziert.
- Wohnbeihilfe: Wenn der Hauptwohnsitz im Hospiz liegt, fällt die frühere Wohnung weg oder wird nur noch als Nebenwohnsitz geführt. Dies beeinflusst die Berechnung der Wohnbeihilfe, falls diese bezogen wurde.
Nimm dir Zeit, diese Punkte durchzugehen. Es ist verständlich, wenn du dich in dieser Phase erschöpft fühlst. Du kümmerst dich um einen Menschen, der deine Nähe braucht, und gleichzeitig musst du bürokratische Hürden meistern. Suche dir Unterstützung, sei es von einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle deiner Region.
Häufig gestellte fragen
Wichtige Links
Gewinne vertiefte Einblicke in Pflegegeld trotz Hospiz: Ansprüche und Regelungen in AT mit dieser Linkliste.
- Pflegegeld trotz Pflegeunterbrechung weiterbezahlt – Ansprüche …
- Wie wird die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gefördert? | BMG
bekomme ich das pflegegeld noch anteilig?
Nein, in der Regel wird das Pflegegeld bei dauerhaftem Aufenthalt im Hospiz eingestellt. Es ist eine Pauschalzahlung für die Pflege zu Hause oder durch mobile Dienste. Sobald die stationäre Betreuung beginnt, übernimmt das System der Heimkostenverrechnung. Es gibt selten eine anteilige Zahlung.
muss ich das hospiz sofort selbst bezahlen?
Nein, das muss es nicht. Die Kosten werden im Hospiz direkt mit dem Land verrechnet. Du musst lediglich den Anteil für Unterkunft und Verpflegung (Hotelleistungen) tragen, sofern das Vermögen und das Einkommen der Person dafür ausreichen. Wenn nicht, kannst du Sozialhilfe beantragen.
wer hilft mir bei der ummeldung der beihilfen?
Deine beste Anlaufstelle ist die Sozialberatung deiner Stadt oder Gemeinde oder eine spezialisierte Pflegeberatungsstelle des Landes. Diese Stellen kennen die spezifischen Abläufe in Österreich sehr gut und können dich durch den Prozess begleiten, damit du nichts übersiehst.











