Caritas Palliativteam: Würdevolle Begleitung in Österreich

Nele Weber

Caritas Palliativteam: Würdevolle Begleitung in Österreich

Lesezeit 6 Minuten

Du sitzt vielleicht gerade in deiner Küche in Österreich, vielleicht schaust du aus dem Fenster auf die Berge oder in einen ruhigen Innenhof in der Stadt. Die Situation ist gerade schwierig, vielleicht macht dir oder einem lieben Menschen eine schwere Krankheit Sorgen. Du fragst dich: Wer hilft mir jetzt wirklich, wenn es um Schmerzen, Angst oder einfach nur darum geht, wie es weitergeht? Genau in solchen Momenten kommt oft der Begriff „Caritas Palliatiivteam“ ins Spiel. Was genau das ist und wie es dir ganz praktisch helfen kann, das schauen wir uns jetzt in Ruhe an.

Was ist Palliativversorgung überhaupt?

Palliativversorgung klingt oft erst einmal kompliziert oder sogar einschüchternd. Viele denken, das sei nur etwas für die allerletzte Lebensphase. Das stimmt so nicht ganz. Im Kern geht es bei der Palliativmedizin und Pflege darum, Lebensqualität zu schenken – und zwar so lange wie möglich.

Stell dir vor, eine schwere Krankheit hat deinen Alltag auf den Kopf gestellt. Vielleicht sind da Symptome, die du nicht mehr in den Griff bekommst: Schmerzen, Übelkeit, Atemnot oder auch tiefe Erschöpfung. Palliativ bedeutet dann, diese Symptome bestmöglich zu lindern. Es geht darum, dass du dich wieder wohler fühlst, damit du Zeit für die Dinge hast, die dir wichtig sind. Das ist mehr als nur Schmerzmittel geben; das ist ganzheitliche Hilfe.

Der Unterschied zur Kurativbehandlung

Ein wichtiger Punkt, gerade wenn du in Österreich medizinisch betreut wirst: Palliativversorgung schließt eine Weiterbehandlung der Grunderkrankung nicht aus. Wenn du beispielsweise noch eine Chemotherapie machst, kann ein Palliatiivteam dich parallel unterstützen. Der Unterschied ist die Zielsetzung. Bei der kurativen Behandlung versuchen die Ärzte, die Krankheit zu heilen oder aufzuhalten. Bei der Palliativversorgung steht dein Wohlbefinden im Vordergrund, unabhängig davon, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Es geht darum, deinen Weg bestmöglich zu begleiten.

Caritas Palliativteam: Würdevolle Begleitung in ÖsterreichWie arbeitet ein Caritas Palliatiivteam?

Die Caritas ist in Österreich in vielen Bundesländern aktiv und bietet spezialisierte Unterstützung an. Ein Palliatiivteam ist ein eingespieltes Team aus verschiedenen Fachleuten. Das ist der große Vorteil: Du musst nicht zehn verschiedene Stellen anrufen. Stattdessen arbeiten diese Profis eng zusammen, um deine Bedürfnisse abzudecken. Das ist besonders hilfreich, wenn du beispielsweise zu Hause in deinem eigenen Zuhause bleiben möchtest, aber merkst, dass die Pflege zu viel wird.

Die verschiedenen Fachkräfte, die dich unterstützen

Wenn du Kontakt mit einem Caritas Palliatiivteam aufnimmst, lernst du verschiedene Gesichter kennen. Jeder bringt eine spezielle Fähigkeit mit, um dein Leben leichter zu machen. Du brauchst dir keine Sorgen um die Organisation zu machen – das Team koordiniert das für dich.

  • Ärzte und Ärztinnen: Sie sind Experten für Symptomkontrolle, also dafür, deine Schmerzen und andere belastende Symptome einzustellen. Sie arbeiten oft eng mit deinem Hausarzt zusammen.
  • Diplomierte Pflegefachkräfte: Sie kennen sich mit der speziellen Pflege aus, die bei fortgeschrittenen Erkrankungen notwendig ist. Sie wissen, wie man Verbände wechselt, Medikamente richtig verabreicht oder Lagerung so anpasst, dass es bequemer ist.
  • Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen: Sie helfen dir bei den bürokratischen Dingen. Wenn es um Anträge für Hilfsmittel geht, um Absprachen mit der Krankenkasse oder wenn du Unterstützung bei der Organisation von Pflegegeld in Österreich brauchst, sind sie deine Ansprechpartner.
  • Psychologen und Seelsorger: Eine schwere Diagnose wirft viele Fragen auf und kann Angst oder Trauer auslösen. Diese Fachleute bieten dir einen Raum, um über deine Gefühle zu sprechen, ohne dass du dich rechtfertigen musst.
  • Physiotherapeuten und Ergotherapeuten: Sie helfen dir, so beweglich und selbstständig wie möglich zu bleiben. Selbst kleine Hilfestellungen bei alltäglichen Dingen wie Anziehen oder Essen machen einen großen Unterschied in der Lebensqualität.

VIDEO: Was bietet das Tageshospiz?

Die Arbeit im eigenen Zuhause

Die meisten Menschen in Österreich wünschen sich, in ihrer vertrauten Umgebung zu sterben oder gepflegt zu werden. Die mobile Palliativversorgung der Caritas macht das möglich. Stell dir vor, du bleibst in deiner Wohnung in Linz oder Vorarlberg, kannst deinen gewohnten Tagesablauf so gut es geht beibehalten und musst nicht in ein fremdes Umfeld. Das Team kommt zu dir nach Hause. Das setzt voraus, dass die Grundpflege irgendwie organisiert ist, sei es durch Angehörige oder andere Dienste. Das Palliatiivteam koordiniert dann die spezialisierte Unterstützung, die über die normale Pflege hinausgeht. Weitere Informationen zum Thema findest du auf der Webseite von Hospiz Burgenland, zum Beispiel zu den Leistungen eines Mobilen Palliativteams. Sie sind da, wenn du sie brauchst, und respektieren deine Privatsphäre.

Wann sollte ich an das Caritas Palliatiivteam denken?

Es gibt keinen festen Zeitpunkt. Oftmals zögern Menschen, weil sie denken, sie „verdienen“ diese intensive Hilfe noch nicht oder sie wollen niemanden zur Last fallen. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Du bist nicht zur Last, und deine Lebensqualität ist wichtig, egal wie lange die verbleibende Zeit ist.

Hier sind konkrete Situationen, in denen die Kontaktaufnahme sinnvoll ist:

  1. Wenn Symptome schwierig werden: Du hast Schmerzen, die der Hausarzt mit den bisherigen Mitteln nicht mehr gut in den Griff bekommt. Oder du hast unerträgliche Übelkeit, obwohl du schon verschiedene Medikamente probiert hast.
  2. Wenn du viele verschiedene Ärzte hast: Wenn du von Spezialisten in Wien oder Graz überbetreut wirst und den Überblick über Medikamente und Behandlungsziele verlierst. Das Team hilft, alles zu bündeln und klar zu kommunizieren.
  3. Wenn du dir Sorgen um die Zukunft machst: Du fragst dich, wer dich versorgt, wenn deine pflegenden Angehörigen selbst krank werden oder Urlaub brauchen. Die Sozialarbeiter helfen bei der Planung von Entlastungsangeboten in Österreich.
  4. Wenn es um das Lebensende geht: Wenn klar wird, dass die Krankheit fortschreitet und du dich auf die letzte Phase vorbereiten möchtest. Das Team unterstützt bei der Erstellung von Patientenverfügungen und klärt offene Fragen.

Der erste Schritt: Der Anruf

Der erste Schritt ist oft der schwerste. Du musst nicht perfekt vorbereitet sein, wenn du anrufst. Du brauchst keine Liste mit Symptomen oder eine fertige Patientenverfügung. Du kannst einfach anrufen und sagen: „Ich bin unsicher und brauche jemanden zum Reden, der sich mit diesen schweren Krankheiten auskennt.“

In vielen Regionen Österreichs gibt es eine zentrale Stelle der Caritas für diese Dienste. Dort wird mit dir ein erstes, unverbindliches Gespräch vereinbart. Dieses Gespräch ist dazu da, deine Situation zu verstehen. Es ist wie ein Kennenlernen. Du erklärst, wo der Schuh drückt, und das Team erklärt dir, welche konkreten Unterstützungsformen sie anbieten können.

Kosten und Finanzierung in Österreich

Das ist eine Frage, die viele beschäftigt, gerade weil Gesundheitsleistungen in Österreich oft komplex finanziert sind. Die gute Nachricht ist: Ein Großteil der Leistungen, die ein spezialisiertes Palliatiivteam im Rahmen der mobilen Betreuung erbringt, wird über die Krankenversicherung abgedeckt, insbesondere wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt. Manchmal kommen aber auch Kosten für die Organisation oder Sozialberatung hinzu, die anders finanziert sind.

Gerade die psychosoziale Betreuung, also die Gespräche und die Seelsorge, ist oft über Spenden oder spezifische Förderungen der Caritas finanziert. Es ist wichtig, dass du offen über deine finanzielle Situation sprichst. Das Team kennt die Möglichkeiten und hilft dir, die notwendigen Anträge zu stellen, damit du keine unnötigen Sorgen damit hast. Du sollst dich auf deine Gesundheit und dein Wohlbefinden konzentrieren können, nicht auf Formulare vom Magistrat oder der Bezirkshauptmannschaft.

Interessante Links

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Was kostet die Unterstützung zu Hause?

Die direkte medizinische und pflegerische Versorgung im Rahmen der häuslichen Palliativpflege ist in Österreich meist gut durch die Grundversicherung abgesichert, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Die Sozialberatung durch die Caritas ist in der Regel kostenlos, da sie Teil des sozialen Auftrags ist. Lass dich davon nicht abhalten, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Caritas klärt alle finanziellen Fragen im Rahmen des Erstgesprächs mit dir ab.

Häufig gestellte fragen

brauche ich eine überweisung vom arzt?

Ob du eine formelle Überweisung benötigst, hängt von der genauen Art der Leistung ab. Für die Symptomkontrolle durch die Ärzte im Team ist eine enge Absprache mit deinem Hausarzt notwendig. Für die Sozialberatung oder die psychosoziale Begleitung kannst du oft direkt Kontakt aufnehmen. Am besten ist es, wenn du zuerst anrufst, dann sagen dir die Mitarbeiter genau, welche Unterlagen sie für deine Situation benötigen.

kann das team auch helfen, wenn ich mich nicht mehr zuhause versorgen kann?

Ja, das Palliatiivteam hilft auch bei der Entscheidung für eine stationäre Einrichtung. Wenn die Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist, unterstützen die Sozialarbeiter dich aktiv bei der Suche nach einem Hospizplatz oder einem Pflegeheim, das Palliativbetreuung anbietet. Sie sorgen dafür, dass der Übergang so sanft wie möglich verläuft und die Versorgung nahtlos weitergeht.

wie schnell kann das palliativteam kommen?

Die Erreichbarkeit ist ein sehr wichtiges Thema. Spezialisierte mobile Palliativteams sind oft sehr gefordert. Bei akuten, starken Symptomen kann es manchmal einige Stunden dauern, bis ein Arzt oder eine Pflegekraft verfügbar ist. Für Erstgespräche und die Planung von regelmäßigen Besuchen plant man oft ein paar Tage Vorlaufzeit ein. Das Team legt großen Wert darauf, schnellstmöglich auf dringende Anrufe reagieren zu können, gerade wenn es um die Linderung von starkem Leid geht.

Weitere Informationen zur stationären Palliativversorgung finden Sie auf unserer Webseite.

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