Du stehst vor einer sehr wichtigen und oft emotional belastenden Entscheidung: Die Aufnahme eines geliebten Menschen oder vielleicht deine eigene Situation in einem Hospiz in Österreich. Die Sorgen drehen sich dann schnell um die Frage: Was kostet die Unterbringung im Hospiz? Das ist eine völlig normale Sorge, die viele Menschen beschäftigt. Es fühlt sich oft an, als kämen in dieser schweren Zeit noch komplizierte finanzielle Fragen oben drauf. Ich erkläre dir jetzt ganz in Ruhe, wie das in Österreich geregelt ist, damit du den Überblick behältst und dich auf das Wesentliche konzentrieren kannst: die Zeit und die menschliche Nähe.
Grundlagen der Kostenübernahme in österreichischen Hospizen
Zuerst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass ein Hospiz in Österreich kein Luxushotel ist. Es ist eine spezielle Einrichtung, die darauf ausgerichtet ist, Menschen in der letzten Lebensphase umfassend zu begleiten. Das österreichische System ist darauf ausgelegt, dass niemand wegen fehlender finanzieller Mittel auf die notwendige palliative Versorgung verzichten muss. Die Kosten setzen sich oft aus verschiedenen Teilen zusammen, aber keine Sorge, es gibt klare Ansprechpartner für die Klärung.
Was zahlt die krankenkasse?
Der Großteil der Kosten für die medizinische und pflegerische Betreuung im Hospiz wird in Österreich von der zuständigen Krankenversicherung – also der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) oder bei Selbstständigen der SVS – übernommen. Das betrifft die ärztliche Betreuung, die Pflege, Therapien und auch die notwendigen Medikamente, die im Rahmen der Palliativversorgung anfallen.
Wenn die Voraussetzungen für eine stationäre Hospizaufnahme erfüllt sind, sehen die Regelungen meist so aus:
- Medizinische Behandlung und Pflege: Diese Kosten sind in der Regel vollständig gedeckt.
- Betreuung durch Sozialarbeiter oder Seelsorge: Auch diese Leistungen sind meist inkludiert.
- Unterkunft und Verpflegung: Hier kommt oft ein kleiner, gesetzlich geregelter Selbstbehalt auf dich zu.
Der selbstbehalt: was bleibt übrig?
Der Teil, den du eventuell selbst tragen musst, ist der sogenannte „Selbstbehalt“ für Unterkunft und Verpflegung. Dieser Betrag ist in Österreich oft begrenzt und richtet sich nach dem Einkommen der Person, die im Hospiz aufgenommen wird. Es ist wichtig zu wissen, dass dieser Beitrag nicht übermäßig hoch sein darf und oft an die Höhe der eigenen Pension oder Rente gekoppelt ist.
Wenn du dir Sorgen machst, wie hoch dieser Selbstbehalt für dich oder deine Angehörigen sein wird, sprich das direkt bei der Aufnahme an. Die Sozialdienste der Hospize sind darauf eingestellt, diese Fragen transparent zu beantworten. Sie schauen sich gemeinsam mit dir die Einkommenssituation an.
Unterschiede zwischen stationärem Hospiz und mobiler Hospizbegleitung
Es gibt verschiedene Wege, um in Österreich palliative Begleitung zu erhalten. Die Kostenstruktur unterscheidet sich je nach Setting erheblich.
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Informative Quellen
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Stationäre Kosten im hospiz
Die Kosten im stationären Hospiz, also wenn man dort übernachtet und rund um die Uhr betreut wird, sind wie oben beschrieben, oft größtenteils von den Sozialversicherungsträgern abgedeckt. Du zahlst meist nur den täglichen, überschaubaren Selbstbehalt für das „Wohnen“.
Kosten bei mobiler hospizbegleitung zu hause
Viele Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause in ihrem vertrauten Umfeld in Österreich bleiben. Das bieten die mobilen Hospizdienste. Hier sind die Kosten anders gelagert. Die professionelle Begleitung durch die mobilen Teams (Ärzte, Pflegekräfte, Freiwillige) wird ebenfalls größtenteils von den Krankenkassen oder gemeinnützigen Vereinen getragen. Wenn du also pflegende Angehörige zu Hause unterstützt, erhältst du oft Hilfe, ohne dafür direkt Rechnungen für die Begleitung selbst bezahlen zu müssen. Du trägst dann lediglich die üblichen Kosten für deine häusliche Pflege, wenn diese über das normale Maß hinausgeht.
Es ist ratsam, sich genau zu erkundigen, welche Leistungen ein spezifischer mobiler Dienst in deiner Region (z. B. in Niederösterreich oder in der Steiermark) anbietet und was davon direkt verrechnet wird.
Wenn das geld knapp wird: finanzielle unterstützung und entlastung
Es ist völlig legitim, wenn du Bedenken hast, dass das Ersparte aufgebraucht wird. In Österreich gibt es zusätzliche Absicherungen, falls das Einkommen sehr gering ist.
Sozialhilfe und unterstützungsfonds
Sollte der Selbstbehalt für das Hospiz oder die Kosten für notwendige Hilfsmittel zu hoch sein, gibt es die Möglichkeit, Sozialhilfe oder andere ergänzende Leistungen von der Gemeinde oder dem Land zu beantragen. Auch viele Hospizvereine führen eigene Unterstützungsfonds. Diese Fonds können in Härtefällen einspringen und temporäre finanzielle Engpässe überbrücken, damit die Würde und die notwendige Versorgung gewährleistet sind.
Der erste Schritt ist immer das Gespräch mit der Sozialberatung des Krankenhauses oder des zukünftigen Hospizes. Dort kennt man die regionalen Möglichkeiten und kann dir helfen, die nötigen Anträge zu stellen. Weitere Details zur Kostenübernahme durch die Krankenkasse findest du in unserem ausführlichen Beitrag.
Was ist mit privatleistungen?
Manchmal wünschen sich Angehörige oder der Patient zusätzliche Leistungen, die über den Standard hinausgehen. Denkbar sind zum Beispiel ein Einzelzimmer, wenn dies nicht medizinisch notwendig ist, oder spezielle nicht-ärztliche Wellness-Angebote. Diese Zusatzleistungen im Bereich Unterkunft oder Komfort musst du privat bezahlen. Die Kosten dafür variieren stark je nach Einrichtung und Region in Österreich.
Wenn du eine solche Komfortsteigerung wünschst, lass dir eine transparente Aufstellung der Kosten zukommen, bevor du oder der Patient zustimmen. Du musst immer nur das bezahlen, wofür du dich bewusst entscheidest, zusätzlich zum gesetzlichen Selbstbehalt.
Praktische schritte zur klärung der kosten
Du brauchst jetzt konkrete Schritte, um Klarheit in diese finanzielle Frage zu bringen. Hier ist eine einfache Anleitung, die dir hilft, den Überblick zu gewinnen:
- Kontaktaufnahme mit dem Hospiz: Rufe die Verwaltung des infrage kommenden Hospizes an. Du musst nicht sofort alle Zahlen nennen, sondern fragst nach einem Informationsgespräch zur Finanzierung.
- Krankenkasse prüfen: Halte deine aktuelle Krankenversicherungskarte bereit. Die Sozialarbeiter im Hospiz wissen genau, welche Formulare an welche Stelle geschickt werden müssen, damit die Kostenübernahme durch die Kasse gesichert ist.
- Einkommensübersicht erstellen: Sammle Informationen über Pension, sonstige Einkünfte und Vermögen. Das ist notwendig, um den genauen Selbstbehalt zu berechnen. Sei ehrlich zu dir selbst und den Beratern.
- Beratung bei Sozialdiensten suchen: Nutze das Angebot der Sozialberatung. Das ist ihre Kernkompetenz. Sie prüfen, ob Anspruch auf ergänzende Leistungen (z.B. Pflegegeld oder Sozialhilfe) besteht, die den Selbstbehalt verringern könnten.
- Schriftliche Zusagen einholen: Bevor eine Aufnahme finalisiert wird, lass dir schriftlich bestätigen, welche Kosten du voraussichtlich selbst tragen musst. Das gibt dir Sicherheit.
Denke daran: Die Sorge um die Kosten darf dich nicht davon abhalten, die beste und würdevollste Begleitung für die letzte Lebensphase zu wählen. Das System in Österreich bietet hierfür ein solides Netz an Unterstützung.
Häufig gestellte fragen
was passiert, wenn ich mir den selbstbehalt nicht leisten kann?
Keine Sorge, niemand wird wegen fehlender Bezahlung aus einem Hospiz entlassen. Wenn der gesetzliche Selbstbehalt zu hoch ist, prüfen die Sozialdienste des Hospizes alternative Finanzierungsmöglichkeiten. Oftmals können Stiftungen oder Fonds einspringen, um diesen Betrag zu decken. Dies wird individuell und diskret geklärt.
muss ich für die angehörigen zahlen, wenn wir zu besuch sind?
Nein, die Kosten für die Unterkunft und Verpflegung der Besucher, also deiner Familie oder Freunde, fallen nicht unter die Kosten der Hospizaufnahme. Die Verpflegung für Besucher wird meist separat verrechnet, falls sie im Haus essen möchten. Das ist aber freiwillig und wird dir vor Ort mitgeteilt.
zahlt meine private zusatzversicherung etwas dazu?
Das hängt stark von deinem individuellen Vertrag ab. Einige private Zusatzversicherungen decken bestimmte Bereiche der Palliativversorgung oder erhöhen den Komfortzuschlag für Einzelzimmer. Schaue dir deine Police genau an oder frage deinen Versicherungsberater. Oftmals muss die Versicherung direkt kontaktiert werden, sobald eine stationäre Aufnahme geplant ist.











