Wenn du diesen Artikel liest, stehst du vielleicht gerade vor einer Situation, die dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Du hast die Nachricht erhalten, dass dein Kind eine lebensverkürzende Erkrankung hat. Das ist ein Schock, das verstehe ich gut. In solchen Momenten sucht man nach Halt, nach Orten, an denen man nicht nur medizinisch gut versorgt ist, sondern wo auch die Seele zur Ruhe kommen kann. Vielleicht hast du schon von Begriffen wie „Kinderhospiz“ gehört und fragst dich, was das genau bedeutet und welche Möglichkeiten es in Österreich gibt. Insbesondere der Name „Malteser Kinderhospiz“ taucht auf. Lass uns gemeinsam schauen, was diese Einrichtungen leisten und wie sie dir und deiner Familie konkret helfen können.
Was genau ist ein Kinderhospiz und wer braucht es?
Ein Kinderhospiz ist kein Ort, den man sich wünscht, aber ein Ort, der unglaublich wichtig sein kann. Es ist wichtig zu wissen: Ein Hospiz ist nicht nur ein Ort, an dem Kinder in ihren letzten Lebenswochen oder -monaten sind. Das ist ein Teil, ja, aber nicht die ganze Geschichte. Kinderhospize in Österreich bieten umfassende Begleitung, wenn ein Kind eine sehr schwere, nicht heilbare Erkrankung hat und das Leben voraussichtlich verkürzt ist.
Es geht darum, Lebensqualität zu schaffen – jeden Tag. Das bedeutet, Schmerzen und Symptome so gut wie möglich zu lindern. Das nennt man Palliative Care. Aber es geht um so viel mehr als nur Medizin. Es geht um das Wohlbefinden der ganzen Familie. Du fragst dich vielleicht: „Ist mein Kind dafür geeignet? Wir haben doch noch so viel vor.“ Die Entscheidung, ob eine stationäre Aufnahme in einem Kinderhospiz oder die ambulante Unterstützung durch ein mobiles Team das Richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab. Es geht nicht nur um die Prognose, sondern darum, wo ihr gerade in eurem Alltag die meiste Unterstützung braucht.
Der Unterschied zwischen stationär und ambulant
In Österreich gibt es verschiedene Modelle, die Familien Unterstützung bieten. Das ist gut, denn so kann man flexibler reagieren, wenn sich die Situation ändert.
- Stationäre Aufnahme: Das Kind und die Familie ziehen für eine bestimmte Zeit in die Einrichtung ein. Hier bekommt ihr rund um die Uhr professionelle Pflege und Entlastung. Das ist oft eine wichtige Auszeit, in der du dich um dein Kind kümmern kannst, ohne an Kochen, Waschen oder Pflegedokumentation denken zu müssen.
- Ambulante/Mobile Dienste: Viele Kinderhospizdienste, auch jene, die von den Maltesern oder ähnlichen Organisationen unterstützt werden, kommen zu euch nach Hause in eure Wohnung, vielleicht in der Nähe von Salzburg oder Wien. Sie unterstützen euch bei der Pflege, entlasten dich als Elternteil und helfen, den Alltag so normal wie möglich zu gestalten.
Viele Eltern sind unsicher, ob sie ihr Zuhause verlassen sollen. Das ist völlig normal. Wenn dein Kind beispielsweise in Tirol lebt und die familiäre Situation zuhause gerade zu schwierig wird, kann ein Aufenthalt im stationären Bereich eine große Erleichterung sein, um neue Kraft zu schöpfen.
Die Rolle der Malteser im Kinderhospizwesen
Wenn du nach „Malteser Kinderhospiz“ suchst, stößt du auf eine starke Säule der Hilfe. Die Arbeit der Malteser – sei es direkt in eigenen Einrichtungen oder durch Unterstützung bestehender Angebote – ist tief in der christlichen Tradition der Nächstenliebe verwurzelt. Das bedeutet für dich in der Praxis: Es geht um Zuwendung, Respekt und Würde in jeder Lebenslage.
Die Organisationen, die unter diesem Namen oder in Zusammenarbeit agieren, legen großen Wert darauf, dass du als Elternteil immer im Mittelpunkt stehst. Sie sehen dich und deine Sorgen, nicht nur die medizinischen Bedürfnisse deines Kindes. Sie verstehen oft auch die bürokratischen Hürden, die man in Österreich bewältigen muss, wenn man eine lebensverkürzende Diagnose im familiären Umfeld hat. Wenn du mehr über die Arbeit und Unterstützung des Hospiz Malteser erfahren möchtest, findest du hier alle Details.
VIDEO: Helfer im Einsatz – Begleiten im Leben und Sterben:: Der Malteser Kinder- und Jugendhospizdienst
Was du dort konkret erwarten kannst
Wenn du dich für ein Kinderhospiz entscheidest, erhältst du ein ganzheitliches Paket. Das ist kein Krankenhausaufenthalt, sondern ein Lebensraum auf Zeit.
- Medizinische und pflegerische Versorgung: Rund um die Uhr Profis, die sich mit symptomlindernder Behandlung auskennen. Sie sorgen dafür, dass dein Kind keine unnötigen Schmerzen hat.
- Psychosoziale Begleitung: Das Team besteht nicht nur aus Ärzten und Pflegepersonal. Sozialarbeiter, Psychologen und Seelsorger sind da, um mit dir über deine Ängste, deine Wut und deine Trauer zu sprechen. Diese Gespräche sind wichtig, damit du nicht alleine damit kämpfen musst.
- Geschwisterbetreuung: Das ist ein oft vergessener, aber zentraler Punkt. Deine anderen Kinder brauchen auch Unterstützung. Viele Einrichtungen bieten Programme oder spezielle Betreuung an, damit auch sie Raum haben, ihre Gefühle zu verarbeiten.
- Entlastungsangebote für Eltern: Manchmal brauchst du einfach nur eine Nacht durchzuschlafen, oder du musst dringend einen Amtsweg erledigen, vielleicht wegen der Pflegegeldanträge beim zuständigen Amt in deinem Bundesland. Die Hospizmitarbeiter übernehmen dann die Betreuung.
Praktische Schritte: Wie finde ich die richtige Hilfe in Österreich?
Der erste Schritt ist oft der schwerste: die Kontaktaufnahme. Du bist vielleicht in einer Region, in der es keine große, sichtbare Kinderhospizeinrichtung gibt. Deswegen ist es wichtig zu wissen, wo du suchen musst.
Der Weg über den Kinderarzt oder die Sozialberatung
Du musst nicht alleine suchen. Der einfachste Weg ist oft der, den du schon kennst:
- Dein Kinderarzt: Wenn dein Kind in regelmäßiger Behandlung ist, hat der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin oft schon Kontakte zu spezialisierten mobilen Teams. Frage direkt nach: „Gibt es in unserer Nähe ein Angebot für palliative Betreuung für Kinder?“
- Sozialberatung im Krankenhaus: Wenn ihr oft in einem größeren Krankenhaus seid, gibt es dort Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Sie sind Profis darin, die komplexen Strukturen des österreichischen Gesundheitssystems zu navigieren und wissen genau, welche regionalen Kinderhospizdienste es gibt, die eventuell von den Maltesern unterstützt werden oder alternative Hilfen anbieten.
- Sozialministerium und Landeskrankenhäuser: Die offiziellen Stellen der Bundesländer bieten Listen von Palliativdiensten. Suche gezielt nach „Kinderpalliativnetzwerk [dein Bundesland]“. Diese Netzwerke koordinieren oft die mobilen Teams.
Scheu dich nicht, diese Anlaufstellen zu nutzen. Sie sind genau dafür da. Sie sind daran gewöhnt, mit Familien in tiefster Not zu sprechen und wissen, wie man Formalitäten schnell erledigt, damit ihr euch auf das Wesentliche konzentrieren könnt.
Die Kostenfrage in Österreich
Eine große Sorge vieler Eltern ist die finanzielle Belastung. Du denkst vielleicht: „Das kann ich mir nicht leisten, ich muss ja sowieso schon viel organisieren.“ Hier ist die gute Nachricht:
Die spezialisierte Kinderhospizbetreuung und palliative Versorgung sind in Österreich in der Regel durch die Krankenversicherungsträger oder über spezifische Förderungen des Landes gedeckt, wenn die medizinische Notwendigkeit besteht. Das heißt, die direkten Kosten für die Pflege und ärztliche Betreuung fallen meistens nicht auf dich als Familie zurück.
Was oft Kosten verursacht, sind Aufenthalte, die rein der Entlastung dienen, also reine „Auszeiten“ ohne akute medizinische Notwendigkeit, oder wenn du spezifische nicht-medizinische Zusatzwünsche hast. Aber selbst hier helfen die Sozialarbeiter der Hospizdienste oft weiter, indem sie dich über Stiftungen oder andere private Unterstützungsfonds informieren, die gerade in solchen schwierigen Situationen unbürokratisch helfen können.
Wenn die Zeit endet: Abschiedsbegleitung
Ein Bereich, der oft mit großer Angst verbunden ist, ist die Zeit des Abschieds. Ein wichtiger Auftrag eines jeden Kinderhospizes – ob Malteser oder andere Träger – ist die Begleitung in dieser Phase. Hier geht es darum, den Abschied so friedlich und selbstbestimmt wie möglich zu gestalten.
Das Personal ist darauf geschult, nicht nur den körperlichen Zustand zu managen, sondern auch emotionale Prozesse bei dir, deinem Partner und dem kranken Kind zu begleiten. Sie helfen dir, Momente zu schaffen, die bleiben, wenn Worte nicht mehr helfen. Um diese Unterstützung sicherzustellen, stehen spezialisierte Dienste wie der Hospizdienst Malteser zur Seite. Es geht darum, Rituale zu finden, die für euch passen, vielleicht ein letzter Ausflug in die Natur, solange es möglich ist, oder einfach nur ruhige Stunden im vertrauten Rahmen.
Du brauchst keine Angst zu haben, dass man dich unter Druck setzt. Die Entscheidungen triffst immer du. Die Hospizbegleiter sind da, um diese Entscheidungen zu unterstützen und die Umgebung so zu gestalten, dass sie sich sicher und geborgen anfühlt, egal, ob ihr gerade zu Hause in Oberösterreich oder in einer stationären Einrichtung seid.
häufig gestellte fragen
Unverzichtbare Quellen
Hier ist eine kuratierte Liste von Links, die dir alles über Malteser Kinderhospiz Österreich: Hilfe und Begleitung verrät.
wo melde ich mich, wenn ich unterstützung brauche?
Beginne am besten beim Kinderarzt oder der Sozialberatung des nächstgelegenen größeren Krankenhauses. Diese Stellen kennen die lokalen, spezialisierten Kinderhospizdienste und können eine erste Einschätzung geben, welche Form der Hilfe (mobil oder stationär) aktuell am besten passt. Dort erfährst du auch, welche Unterlagen für die Kostenzusage notwendig sind.
muss ich ins hospiz ziehen, wenn mein kind palliativ betreut wird?
Nein, auf keinen Fall. Die meisten Familien in Österreich nutzen die ambulante Betreuung, die zu euch nach Hause kommt. Nur wenn eine intensive Entlastung oder eine spezialisierte Symptomkontrolle nötig ist, die zu Hause nicht mehr leistbar ist, wird eine stationäre Aufnahme empfohlen. Du entscheidest, wo ihr die meiste Zeit verbringen möchtet.
übernimmt die krankenkasse alle kosten?
Die Kosten für die medizinisch notwendige palliative Pflege und die Betreuung durch Ärzte und Pflegepersonal werden in der Regel von der zuständigen Krankenkasse oder dem Sozialhilfeträger übernommen, wenn die Diagnose vorliegt. Kosten für reine Entlastungsaufenthalte oder nicht-medizinische Begleitung können variieren, aber es gibt viele Unterstützungsstellen, die dabei helfen, diese Lücken zu füllen.











