Momo Hospiz: Hilfe & Unterstützung in Österreich

Nele Weber

Momo Hospiz: Hilfe & Unterstützung in Österreich

Lesezeit 5 Minuten

Du stehst vor einer unglaublich schweren Situation. Vielleicht spürst du, dass das Leben eines geliebten Menschen zu Ende geht, oder du suchst nach Wegen, um diese letzte Lebensphase so würdevoll wie möglich zu gestalten. Wenn in Österreich von spezialisierter Begleitung am Lebensende die Rede ist, fällt oft der Begriff „Hospiz“. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Wort, und was bietet dir die spezialisierte mobile Hospizbetreuung, oft kurz „momo hospiz“ genannt, wenn du zu Hause in Vorarlberg, Tirol oder vielleicht in der Steiermark wohnst?

Was ist überhaupt ein hospiz und was bedeutet mobile begleitung?

Stell dir vor, du sitzt in deinem vertrauten Wohnzimmer in Linz oder Salzburg. Draußen fahren die Straßenbahnen, der Nachbar mäht den Rasen – das Leben geht weiter, aber für dich und deine Familie hat sich der Fokus verschoben. Ein Hospiz ist grundsätzlich ein Ort oder ein Netzwerk, das Menschen in der letzten Lebensphase begleitet. Es geht darum, Schmerzen zu lindern, Ängste zu nehmen und vor allem Lebensqualität zu schenken, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Es ist ein Ort des Lebens, nicht nur des Sterbens.

In Österreich unterscheidet man oft zwischen stationären Hospizen (dort, wo man hingeht, wenn das Zuhause nicht mehr geht) und der mobilen Hospizbegleitung. Genau diese mobile Unterstützung ist das, was viele unter „momo hospiz“ verstehen, auch wenn die genaue Bezeichnung je nach Bundesland variieren kann. Es bedeutet: Die professionelle Hilfe kommt zu dir nach Hause, in deine vertraute Umgebung.

Der unterschied zur klassischen pflege

Vielleicht denkst du jetzt: „Ich habe doch schon eine Pflegekraft über die Hauskrankenhilfe (HKH) oder den mobilen Pflegedienst.“ Das ist richtig, und diese Dienste sind essenziell. Sie kümmern sich um die körperliche Grundversorgung, wie Waschen, Anziehen oder Medikamentengabe. Die Hospizbegleitung geht einen entscheidenden Schritt weiter. Sie konzentriert sich auf die seelische, soziale und spirituelle Begleitung.

Die Fragen, die hier im Vordergrund stehen, sind oft ganz andere. Sie drehen sich um existenzielle Themen. Du fragst dich vielleicht: Wie gehe ich mit meiner Angst um? Was ist mit meinen unerledigten Gesprächen mit den Kindern? Kann ich meinen letzten Wunsch noch erfüllen? Die spezialisierten Hospizmitarbeiterinnen und -mitarbeiter bringen Zeit mit – Zeit für Gespräche, für Rituale, für einfache, ruhige Anwesenheit. Sie entlasten auch die Angehörigen enorm, weil sie oft genau wissen, wie man mit der schwierigen Situation umgeht.

Wann sollte ich an eine mobile hospizbetreuung denken?

Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt. Manche Menschen zögern lange, weil sie das Gefühl haben, „jemanden ins Haus zu holen“ sei ein Eingeständnis der Niederlage. Das stimmt nicht. Eine frühzeitige Einbindung kann die Lebensqualität für alle Beteiligten massiv verbessern. Denk an die Situation, wenn du merkst, dass die Sorgen um den Alltag die schönen Momente mit dem Sterbenden überschatten.

Hier sind einige konkrete Situationen in Österreich, in denen die mobile hospizbegleitung wertvolle Hilfe leistet:

  • Wenn die Schmerzen zwar medikamentös gut eingestellt sind, aber trotzdem eine tief sitzende Unruhe oder Angst besteht.
  • Wenn Angehörige merken, dass sie emotional am Limit sind und selbst dringend eine Auszeit oder Gespräche brauchen.
  • Wenn es darum geht, dem Sterbenden bei der Organisation von letzten Wünschen zu helfen, etwa dem Wunsch, noch einmal den Lieblingsplatz in den Bergen zu sehen oder ein letztes Mal das Lieblingsessen zu genießen.
  • Wenn die Kommunikation schwierig wird und jemand neutraler benötigt wird, der zwischen Familie und Patient vermitteln kann.

Der weg zur unterstützung in österreich

Der Weg ist oft einfacher, als du denkst, aber er kann regional unterschiedlich ablaufen. Du musst dich nicht durch komplizierte Bürokratie kämpfen, wenn du dich an die richtigen Stellen wendest.

  1. Erster Ansprechpartner: Dein Arzt oder die Hauskrankenhilfe. Sprich offen mit dem Hausarzt deines Angehörigen oder deiner betreuenden Pflegeperson über deine Gedanken zur Hospizbegleitung. Sie kennen das lokale Netzwerk.
  2. Kontakt zu lokalen Hospizvereinen. In jeder größeren Stadt und vielen Regionen Österreichs gibt es eigenständige Hospizvereine (manchmal auch Vereine für Palliative Versorgung). Diese Vereine sind die zentralen Anlaufstellen für die mobile Begleitung. Sie können dir erklären, welche Dienste genau in deinem Bezirk verfügbar sind.
  3. Kosten und Versicherung. Das ist wichtig: Die eigentliche psychosoziale Begleitung durch ehrenamtliche oder angestellte Hospizmitarbeiterinnen ist in Österreich in der Regel kostenfrei. Die Finanzierung läuft über Spenden, Förderungen des Landes oder der Gemeinden und oft über die Krankenkassen für koordinierende Tätigkeiten. Du zahlst für diese menschliche Zuwendung nichts direkt.

Entlastung für dich als angehörige: ein oft unterschätzter bereich

Oft fokussieren wir uns nur auf den Patienten, aber deine Rolle als pflegender Angehöriger ist enorm kraftraubend. Vielleicht vernachlässigst du deine eigene Arbeit oder deine eigenen Bedürfnisse schon seit Monaten. Die spezialisierte Hospizbegleitung erkennt das sofort und bietet dir aktiv Unterstützung an – und zwar nicht nur, wenn du eine Kaffeepause brauchst.

Du kannst über die Hospizdienste auch Entlastungsangebote für dich selbst organisieren. Das kann bedeuten, dass die Hospizbegleitung für einige Stunden anwesend ist, damit du in Ruhe einkaufen gehen oder einfach einmal ausschlafen kannst. Manchmal ist es auch nur das Gespräch mit jemandem, der versteht, was es heißt, wenn der Partner, die Eltern oder ein Kind stirbt.

Diese Begleitung richtet sich explizit an dich. Es ist nicht unhöflich, Hilfe anzunehmen. Im Gegenteil: Nur wenn du selbst eine gewisse Stabilität behältst, kannst du dein Gegenüber gut begleiten. Denk daran, dass die Arbeit der Hospizdienste darauf abzielt, dass alle Beteiligten diesen Prozess gut überstehen können.

Wenn das zuhause nicht mehr geht: die überleitung

Es kann vorkommen, dass die Pflege zu Hause trotz aller Bemühungen nicht mehr möglich ist, sei es wegen der Intensität der Symptome oder weil die Pflegelast für dich als Angehöriger untragbar wird. Auch hier hilft die mobile Hospizbegleitung enorm bei der Übergabe.

Sie unterstützt bei der Suche nach einem geeigneten Platz. In Österreich gibt es spezialisierte Palliativstationen in Krankenhäusern oder eben stationäre Hospize. Die Hospizbegleiter kennen die Einrichtungen in der Region gut und helfen bei der Klärung, welche Stimmung und welche Betreuungsphilosophie am besten zu den Bedürfnissen des Patienten passen. Sie stellen den Kontakt her und begleiten diese Überführung oft sogar persönlich, damit der Bruch für den Patienten so sanft wie möglich ist. Du bist dabei nicht allein mit Formularen und Telefonaten.

Umgang mit der zeit danach

Die Trauer beginnt oft schon lange vor dem eigentlichen Tod, das nennt man antizipatorische Trauer. Aber auch wenn der geliebte Mensch verstorben ist, lässt dich die Hospizhilfe nicht sofort allein. Viele der Organisationen in Österreich bieten Nachbetreuung für die Angehörigen an. Das kann Trauerarbeit in Gruppen oder Einzelgespräche umfassen. Es ist ein wichtiger Puffer, um den Verlust zu verarbeiten, bevor man sich wieder voll in den Alltag stürzt.

Diese Begleitung nach dem Tod ist ein Zeichen dafür, dass der Mensch als Ganzes gesehen wird – nicht nur in seiner Krankheit, sondern auch in seiner Verbindung zu dir und deiner Familie. Nimm diese Möglichkeit wahr, wenn du merkst, dass die eigene Bewältigung stockt.

häufig gestellte fragen

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wie schnell bekomme ich hilfe vom momo hospiz?

Die Reaktionszeit hängt stark von der aktuellen Auslastung des jeweiligen lokalen Vereins ab. Generell versuchen mobile Hospizdienste in Österreich, innerhalb weniger Tage einen ersten Kontakt herzustellen, oft aber sogar schneller, wenn die Situation sehr akut ist. Ein Anruf bei der zentralen Stelle deiner Region gibt dir die aktuellste Auskunft.

muss der patient die hospizbegleitung wollen?

Ja, die Hospizbegleitung basiert immer auf Freiwilligkeit und dem Wunsch des Betroffenen. Es geht darum, eine Beziehung aufzubauen. Du kannst die Hilfe vorschlagen, aber die Person muss sie letztlich selbst annehmen und damit einverstanden sein, dass jemand bei ihr ist.

Interessante Links

Hier sind einige informative Links speziell zu Momo Hospiz: Hilfe & Unterstützung in Österreich.

übernehmen die auch die rein medizinische versorgung?

Nein, das ist eine wichtige Unterscheidung. Die Hospizbegleitung bietet psychosoziale und spirituelle Unterstützung sowie Entlastung für Angehörige. Die eigentliche medizinische Versorgung, das Verabreichen von Injektionen oder das Wechseln von Verbänden, bleibt in der Verantwortung der mobilen Pflege (HKP) oder des Hausarztes. Die Hospizkräfte arbeiten eng mit diesen Diensten zusammen.

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